Studieren in Deutschland

Home

Hochschultypen

Die deutsche Hochschullandschaft erscheint auf den ersten Blick verwirrend. Wir möchten Ihnen dabei helfen, den richtigen Hochschultypen für Sie zu finden.  

In Deutschland gibt es 355 staatlich anerkannte Hochschulen, an 165 Orten in der ganzen Bundesrepublik verteilt. Alle Hochschulen zusammen bieten mehr als 13.500 Studiengänge an. Und Sie haben die Wahl.


Daad Ic Image Bar 6 Ecirgbv2



In Deutschland gibt es folgende Arten von Hochschulen:



Universitäten

An Universitäten sind Sie richtig aufgehoben, wenn Sie sich für ein wissenschaftliches ausgeprägtes Studium interessieren. Zur Zeit gibt es 102 Universitäten in Deutschland. Diese bieten ein sehr breites Fächerspektrum an. Forschung und Lehre sind eng verknüpft. Auf die Grundlagenforschung wird großer Wert gelegt. Diese soll in ihrer Ausrichtung und Interpretation von politischen Vorgaben und von außen gesteuerten Interessen möglichst frei sein. Der Grundsatz der Freiheit von Forschung und Lehre ist an deutschen Hochschulen ein hohes Gut - eine Reaktion auf den Missbrauch von Wissenschaft und Forschung in der jüngeren deutschen Geschichte.

Hochschultypen1

Manche Universitäten haben sich auf bestimmte Fachgebiete spezialisiert. So haben z.B. einige Universitäten einen starken technisch-orientierten Schwerpunkt und bezeichnen sich als Technische Universität (TU) oder Technische Hochschule (TH), obwohl dort heute auch zunehmend geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer studiert werden können. Auch wenn Sie in Deutschland promovieren (also den Doktortitel machen) möchten, sind Sie an den Universitäten genau richtig.

Hier finden Sie alle Universitäten in Deutschland auf einen Blick.



Fachhochschulen

Fachhochschulen sind die richtige Lösung, wenn Sie ein sehr praxisorientiertes Studium bevorzugen. Hier erhalten Sie eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung, die auf die konkreten Anforderungen im Berufsleben zugeschnitten ist. Zum Studium gehören Praktika und Praxissemester. Derzeit gibt es bundesweit 167 Fachhochschulen.  Viele von ihnen tragen in ihrem Namen zusätzlich die englische Bezeichnung "University of Applied Sciences".  Auf deutsch heißt das "Universität für angewandte Wissenschaften" und spiegelt sehr gut wieder, wofür die Fachhochschulen vor allem stehen: für einen hohen Praxisbezug und eine starke Anbindung an die Arbeitswelt. Wer an einer Fachschulschule studiert, wird stärker als Studierende an Universitäten auf den Einsatz in bestimmten Branchen und Arbeitsbereichen vorbereitet. So gibt es dort vor allem Studiengänge im Bereich Technik, Wirtschaft, Sozialwesen sowie in Medien und Gestaltung. Ein Medizin- oder Lehramtsstudium oder ein klassisches Jurastudium kann man an einer Fachhochschule hingegen nicht absolvieren.

Hochschultypen3

Der starke Anwendungsbezug der Fachhochschulen macht sich auch im Profil der Dozenten und Professoren bemerkbar: Viele von ihnen bringen Berufserfahrungen aus Industrie, Wirtschaft oder Sozialarbeit mit. Dieses Know-how befähigt sie, den Studierenden Einblicke in die Abläufe, Arbeitsweisen und Erwartungen von Unternehmen oder sozialen und kulturellen Einrichtungen zu vermitteln. Obligatorische Studienpraktika (in der Regel sind ein bis zwei Praxissemester Pflicht) runden den Wissens- und Praxistransfer für die Studierenden ab.

Eine Liste aller Fachhochschulen finden Sie hier.

 

Kunst-, Film- und Musikhochschulen

Hochschultypen2

Kunst-, Film- und Musikhochschulen sind die richtige Wahl, wenn Sie ein künstlerisches Fach studieren möchen. Diese Hochschulen bieten Fächer an wie Bildende Kunst, Industrie - und Mode-Design, Grafik, Instrumentalmusik oder Gesang. An Hochschulen für moderne Medien werden Regisseure, Kameraleute, Drehbuchautoren sowie andere Film- und Fernsehschaffende ausgebildet. Die Voraussetzung für ein solches Studium ist ein besonders künstlerisches Talent.

52 staatlich anerkannte Kunst-, Musik- oder Filmhochschulen gibt es zur Zeit in Deutschland. Renommierte Kunstschaffende aus dem In- und Ausland garantieren dafür, dass der Nachwuchs seine Talente voll entfalten kann und den nötigen Feinschliff, aber auch Praxisbezug erhält.

Besonders begehrt bei ausländischen Studierenden sind die Musikhochschulen. Dort werden künftige Sänger, Dirigenten, Instrumentalmusiker, Musikpädagogen und Musiklehrer ausgebildet. Darüber hinaus bieten einige Musikhochschulen auch Ausbildungsgänge in Jazz , Musiktheater-Regie, Bühnentanz oder Kirchenmusik an.

Bei den Musikhochschulen gilt ebenso wie bei den Kunst- und Filmhochschulen: Die Zahl der Studienplätze ist stark begrenzt. Für diese Hochschulen gelten also besondere Zulassungsbedingungen. Nur wer bei der Eignungsprüfung beweist, dass er über das richtige Rhythmusgefühl und ein hervorragendes Gehör verfügt, hat eine Chance. Ohne Mappen mit eigenen Arbeiten, Referenzen und häufig auch Aufnahmeprüfungen gibt es auch keinen Zutritt an eine der Kunst- und Filmhochschulen. Dafür können besonders Begabte auch ohne Hochschulreife zugelassen werden.

Alle Kunst-, Film- und Musikhochschulen auf einen Blick gibt's hier.

 

Private und kirchliche Hochschulen

Private Hochschulen

Die meisten Hochschulen in Deutschland werden vom Staat finanziert. Einige wenige Hochschulen werden von der protestantischen oder der katholischen Kirche unterhalten. Daneben gibt es mittlerweile über 80 private Hochschulen, deren Studienabschlüsse vom Staat anerkannt werden. Ein Großteil davon sind Fachhochschulen. Die weitaus meisten Studierenden in Deutschland sind allerdings an staatlichen Hochschulen eingeschrieben. Nur drei Prozent besuchen eine private Hochschule. Das liegt daran, dass an privaten Hochschulen zum Teil hohe Studiengebühren verlangt werden (von ca. 1.800 bis 4.700 Euro pro Semester). Die Qualität der Lehre ist an beiden Hochschultypen vergleichbar gut. Die privaten Hochschulen genießen dennoch einen sehr guten Ruf, Grund dafür sind u.a. kleine Studiengruppen, starke Anbindung an die Wirtschaft, hoher Praxisbezug, starke internationale Ausrichtung, kurze Studienzeiten und gute Berufsaussichten.

Doch Vorsicht: längst nicht alle Privathochschulen erfüllen diese Erwartungen. Erwägen Sie ernsthaft ein Studium an einer Privathochschule, sollten Sie unbedingt prüfen, ob sie staatlich anerkannt ist. Denn ohne staatliche Anerkennung gelten auch die Studienabschlüsse nicht als anerkannt, was nach Studienabschluss zu großen Problemen bei der Jobsuche führen kann.


Kirchliche Hochschulen

Das Profil der rund 41 kirchlichen Hochschulen in Deutschland ist weitaus breiter gefächert als die Bezeichnung "kirchlich" vermuten lässt. Neben Priestern und Theologen werden dort auch künftige Sozial-, Heil- und Religionspädagogen, Fachkräfte für das Pflege- und Gesundheitswesen und Kirchenmusiker qualifiziert. Die meisten dieser Studienangebote wird von den Fachhochschulen durchgeführt, die in Trägerschaft der evangelischen oder katholischen Kirche stehen. Die kirchliche Trägerschaft spiegelt sich zum Teil in den Zugangsbedingungen wieder. So müssen Bewerber oftmals in Auswahlgesprächen und durch Referenzen ihre kirchliche Nähe nachweisen. 


Daad Ic Image Bar 7 Ecirgbv2